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Bewerbung im Ausland – Worauf ist bei Bewerbungsunterlagen zu achten?

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Wer träumt nicht gerne von einer Karriere im Ausland? Wenigstens für ein paar Jahre, denkt sich so mancher Arbeitnehmer. Weshalb eine Gelegenheit nicht beim Schopf packen? Im internationalen Umfeld bieten sich interessante Karrierechancen. Bei einer Bewerbung müssen jedoch die Gepflogenheiten des Ziellandes berücksichtigt werden.

Die Gründe sind vielfältig, im Ausland Berufserfahrung zu sammeln. Eine Auslandstätigkeit macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern steigert die Karrierechancen, verhilft zu interkulturellen Skills und Fremdsprachenkenntnissen. Wer sich im Ausland bewerben möchte, sollte aber nicht auf die übliche Bewerbungsmappe seines Wohnlandes zurückgreifen.

Formale Anforderungen

Im ersten Schritt gilt es, die Richtlinien und Standards des Gastlandes genau abzuklären. Welche Unterlagen werden der Bewerbung beigefügt? Ist eine handschriftliche Unterschrift notwendig? Bevor die Bewerbung erstellt wird, sollten diese und andere Fragen beantwortet werden. Ein Tipp dazu: Bedienen Sie die Internetsuchmaschinen in der jeweiligen Landessprache nach Vorlagen für eine typische Bewerbung. Ist beispielsweise Grossbritannien Ihr Zielland für eine Bewerbung, führt eine Internetsuche nach «sample job application UK» oder «sample cover letter» meist zu brauchbaren Ergebnissen. Die eigene Bewerbung lässt sich nach diesen Vorlagen dann gestalten.

Stil der Bewerbung

In welcher Sprache soll die Bewerbung verfasst werden? Einige Länder, beispielsweise Kanada oder Belgien, haben mehrere offizielle Landessprachen. In international aufgestellten Konzernen verläuft mitunter der gesamte Bewerbungsprozess in Englisch.

Liegt ein erster Entwurf der Bewerbung vor, sollte dieser von einem Muttersprachler oder einem Übersetzungsbüro auf Fehler kontrolliert werden. Insbesondere bei offiziellen Dokumenten, Zeugnissen und Referenzschreiben ist es ratsam, sich an eine passende Stelle für fachkundige, beglaubigte Übersetzungen zu wenden, denn die korrekte Übertragung von Noten und Arbeitszeugnissen erfordert ein hohes kulturelles Know-how.

Was ist bei der Bewerbung im Ausland anders

Bei diesen Punkten können Sie nichts falsch machen; sie gelten international einheitlich für alle Länder: Sprachkenntnisse, Berufserfahrung und Studienleistungen sind beispielsweise immer anzuführen. Von Land zu Land variieren jedoch folgende Eigenheiten:

  • Bewerbungsfoto: Das Bewerbungsfoto ist im deutschsprachigen Raum zwar nicht mehr erforderlich, aber durchaus noch üblich. Anders im angelsächsischen Raum. Dort wird mittlerweile auf Fotos gänzlich verzichtet, um Diskriminierung vorzubeugen. Grundsätzlich gilt, dass Bewerbungsfotos international eher die Ausnahme als die Regel darstellen.
  • Persönliche Angaben: In manchen Ländern wird auf bestimmte persönliche Informationen ebenfalls verzichtet, da man Diskriminierungen vermeiden will. Beispielsweise Familienstand, Religionszugehörigkeit oder Geschlecht.
  •  Anordnung im Lebenslauf: Beginnt der Lebenslauf üblicherweise mit den aktuellsten Stationen oder chronologisch gereiht?
  • Empfehlungsschreiben: In einigen Ländern werden mit der Bewerbung Referenzschreiben oder Referenzpersonen von der Universität oder früheren Arbeitgebern erwartet.
  • Zeugnisse: Während z. B. in Deutschland Studien- und Arbeitszeugnisse häufig bereits der Bewerbung beigelegt werden, bringt man diese in anderen Ländern erst zum Vorstellungsgespräch mit.

Bewerbung in Grossbritannien: Nicht ohne Referenzen

Eine britische Bewerbung besteht lediglich aus dem Anschreiben («cover letter») und dem Lebenslauf («curriculum vitae» oder kurz «CV»). Zeugnisse, Zertifikate und Empfehlungsschreiben werden üblicherweise bei der schriftlichen Bewerbung nicht angefügt, sondern erst beim Bewerbungsgespräch vorgelegt.

Der «cover letter» ist pointiert zu halten und ähnelt einem kürzeren deutschen Motivationsschreiben. Wichtiger noch als der «cover letter» ist der Lebenslauf. Dieser kann bis zu zwei DIN-A4 Seiten umfassen und ist mit der Überschrift «Curriculum Vitae» zu versehen.

Bitte beachten Sie: Ausbildung und Berufserfahrung werden in anti-chronologischer Reihenfolge dargestellt, also das Neueste zuerst. Bewerbungsfotos sind in Grossbritannien nicht erwünscht. Am Ende des Lebenslaufs sind die Namen und Kontaktdetails von zwei Referenzen anzugeben, bei denen sich der neue Arbeitgeber gegebenenfalls melden kann.

Bewerbung in USA: Nicht zu bescheiden

In den Vereinigten Staaten bewirbt man sich ebenfalls mit Anschreiben und Lebenslauf, wobei dieser hier «résumé» heisst. Dem Lebenslauf wird anders als in Grossbritannien keine Überschrift vorangestellt und er ist auch etwas kürzer zu halten (maximal eine DIN-A4 Seite).

In den Vereinigten Staaten gelten strenge Anti-Diskriminierungsrichtlinien. Im Lebenslauf dürfen daher keine Informationen zu Alter, Familienstand, Religion und Geschlecht aufscheinen. Ebenfalls tabu ist ein Bewerbungsfoto.

Für deutschsprachige Bewerber zu beachten: Die eigenen Fähigkeiten dürfen ruhig selbstbewusst betont werden. Wer nach deutschen Standards formuliert, bleibt zu bescheiden. Besondere Tatkraft signalisieren Verben wie «initiated», «provided» oder «achieved». Vielerorts erwartet werden ausserdem Empfehlungsschreiben, die zum Vorstellungsgespräch mitgebracht werden und ebenfalls sehr starke positive Formulierungen enthalten müssen.

Weitere länderspezifische Besonderheiten

Wer sich für eine Stelle in China bewirbt, sollte sich etwas zurückhaltender geben. Ein neutraler, höflicher Tonfall im Anschreiben der Stelle bringt Sie näher als enthusiastisches Schwärmen von den eigenen Vorzügen. Da Hierarchien im asiatischen Raum eine grosse Rolle spielen, ist auch unbedingt auf die Anrede mit korrektem Titel und Namen zu achten.

In den meisten Ländern sollte die Bewerbung in der Landessprache verfasst werden. In Schweden haben Sie auch mit einer englischen Bewerbung gute Chancen. Dort werden hervorragende Kenntnisse der englischen Sprache vorausgesetzt und der Grossteil der Bewerbungen werden mittlerweile auf Englisch verfasst.

Relativ kurz ist die Bewerbung in Frankreich. Insbesondere der Lebenslauf darf keinesfalls länger als eine DIN-A4 Seite sein. Eine weitere französische Besonderheit: Bis vor kurzem war es üblich, das Anschreiben handschriftlich zu verlangen. Die Handschrift wurde dann einem Grafologen vorgelegt, der die Persönlichkeit des Bewerbers analysieren sollte. In Frankreich ist mittlerweile auch das digitale Zeitalter eingekehrt und maschinengeschriebene Bewerbungen sind nun der Regelfall.

Fazit

Vor einer Bewerbung in einem anderen Land steht immer eine sorgfältige Recherche zu den dortigen Gepflogenheiten. Dabei sollten Sie sich besonders über den formalen Aufbau der Bewerbungsunterlagen, den sprachlichen Stil im Bewerbungsschreiben und über kulturelle Besonderheiten informieren. Neben der Suche im Internet kann es sich lohnen, persönliche Kontakte zu nutzen: Vielleicht haben ja Bekannte oder Verwandte bereits einige Zeit im betreffenden Land verbracht? Auch Muttersprachler oder Übersetzungsfirmen helfen Ihnen, interkulturelle Barrieren zu überwinden.

Und ein Tipp zu guter Letzt: Nutzen Sie Absagen, um Ihre Bewerbung zu verbessern. Fragen Sie das absagende Unternehmen nach Fehlern oder Auffälligkeiten Ihrer Bewerbungsunterlagen. So wird Ihre Bewerbung Schritt für Schritt perfektioniert. Nicht nur bei Auslandsbewerbungen! 

 

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